Kleines Abarten-Lexikon

1. Abart
  alle Abweichungen bei Druck und Zähnung von der gewollten Marke. Abart = von der Art abweichend (lt. DUDEN)

2. Abklatsch
  seitenverkehrter Abdruck des Briefmarkenbildes auf der Briefmarkenrückseite durch den im Stapel darunterliegenden Bogen, hervorgerufen durch ungenügende Trocknung der Farben während des Druckvorganges.

3. Druck auf der Gummiseite
  der Druck befindet sich auf der eigentlichen Briefmarken-Rückseite, der gummierten Seite.
Dies geschieht wenn die bereits gummierte Papierbahn falsch herum in die Druckmaschine eingelegt wird.

4. Teilgezähnte/ ungezähnte Briefmarken
  fehlende Zähnungen an einer, mehreren, oder allen Seiten einer Briefmarke, hervorgerufen durch einen Defekt der Zähnungsmaschine.

5. Ausgefallener Druckgang
  eine oder mehrere Farben fehlen, bedingt durch einen technischen Defekt der Druckmaschine.
Solche Stücke, genauso wie teilgezähnte oder ungezähnte Marken, kommen nur durch mangelhafte Kontrollen in der Druckerei zum Verkauf und werden normalerweise als Fehlerhaft aussortiert.

6. Doppelbilddruck
  Schriftzüge und/oder Bildkonturen erscheinen zweifach, hervorgerufen durch einen Leerlauf der Druckmaschine ohne Papierbahn. Dadurch wird Farbe auf die Gegenwalze aufgetragen, die dann beim nächsten Bogen zusätzlich mit aufgedruckt wird.
Doppelbilddrucke der modernen Marken werden ebenso wie Schmitzdrucke von den Prüfern nicht geprüft.

7. Doppeldruck
  Er entsteht, wenn ein Bogen zweimal durch die Druckmaschine läuft. Bei den heutigen Druckverfahren ist das technisch so gut wie ausgeschlossen, es handelt sich dann immer um Doppelbilddrucke.

8. Schmitzdruck
  Schriftzüge und/oder Bildkonturen haben einen „Schatten“, zeigen also ein schwächeres zweites Bild. Ursache können verschiedene drucktechnische Mängel sein.

9. Plattenfehler
 

durch einen Fehler auf der Druckplatte bedingte Abweichung vom gewollten Markenbild. Dabei unterscheidet man:

– primäre Plattenfehler, die von Anfang an auf der Druckplatte sind. Diese Fehler schleichen sich schon bei der Vervielfältigung des Urklischees ein.

– sekundäre Plattenfehler, die während der Montage der Druckplatte, zum Beispiel durch einen heruntergefallenen Schraubenzieher, oder durch unsachgemäße Handhabung der Druckplatte noch vor dem Druckbeginn entstehen.

– tertiäre Plattenfehler, die während des Druckvorgangs durch Abnutzung der Druckplatte entstehen.


10. Passerverschiebung
 

Verschiebung der verschiedenen Druckfarben zueinander, bei zwei- oder mehrfarbigem Druck in nach-einander folgenden Druckgängen, hervorgerufen durch ungenaues Arbeiten der Druckmaschine.


11. Verzähnungen
 

Durch falsches bzw. unsauberes einlegen der Markenbögen in die Zähnungsmaschine kommt es dazu, daß die Perforation nicht an der gewollten Stelle verläuft, sondern durchs Markenbild.


12. Putzendrucke
 

auf der Druckplatte oder dem Gummituch haftende Fremdkörper, die als hervorgehobenes „Teil“ mitdrucken, und bei farbigen Flächen von einem weißen Rand umgeben sind. Diese sogenannten „Monde“ sind die am häufigsten auftretenden Abarten auf Briefmarken.


13. Formnummer
 

in der unteren linken oder rechten Bogenecke zu findende Nummer, bei den neueren Ausgaben oft nur 1 und 2, aber auch 1 bis 3, 1 bis 4 und 1 bis 6 (noch bei den neueren Ausgaben, die in der Leipziger Wertpapier-druckerei gedruckt wurden). Die Formnummer bezeichnet die Lage des Bogens im Druckbogen, der immer aus mehreren Bogen besteht.


14. Bogenzählnummer
 

am Bogenrand zu finden, fortlaufende Nummerierung zu Kontrollzwecken, die zum Beispiel bei der Libellen-Ausgabe (Bund Mi.-Nr. 1545-52) gleich mit aufgedruckt wurde. So lassen sich die (nach dem Vorkommen der Plattenfehler)
2 verschiedenen Bögen immer der geraden bzw. ungeraden Bogenzählnummer zuordnen.



Abklatsche, Schmitzdrucke, Passerverschiebungen und Verzähnungen sind nicht systematisierbar und werden daher nicht im MICHEL DEUTSCHLAND SPEZIAL katalogisiert.